Vulkanisiert

In einer Ferne, weit entfernt, lebte ein Vulkan

Samoa könnte es wohl sein, vielleicht auch Yucatan

Ein Berg, massiv und imposant, für jeden zu betrachten

Von außen hart und innen heiß, viel heißer als sie dachten

Ein Tönen, ja das hörte man wohl aus der Erde kommen

So mancher ruhiger Wanderer hatte es einst vernommen

Doch schien die Erde nach dem Lärm umhüllt von tiefem Schlafe

In Frieden wähnten sie sich da, die menschgewordnen Schafe

Bis zu dem Tag, der festgesetzt, das Feuer zu entfachen

Aus tiefem, tiefstem Erdgestein der glutgetränkte Drachen

Kroch aus der Höhle, seiner Statt, um Welten zu rot zu färben

Ein Lavastrom ergoss sich zäh, suchte nach jungen Erben

Die ihm folgen war´n bereit, als Stifter heißer Brände

Zu Asche machten alte Pracht, es blieben Restbestände

Funken sprühen, Donner grollt, Tanz der Naturgewalten

Schöngeist aus dem Höllenschlund, die Welt sich zu gestalten

Es lodert heiß, es lodert rot, es flohen nette Schafe

Und brennend rollt das Lavabett zurück zu neuem Schlafe

Ein Abhang wird erobert, den Strom bergab zu leiten

Der Elemente Anziehung lässt Brand in Wasser gleiten

Glut tropft laut zischend in das Nass, als Leuchte blauer Tiefen

Und weckt mit seiner Leidenschaft die Fische, die dort schliefen

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About fatimadjamila

+ Living in Berlin + Artist + Fields of Interest: Music, Literature, Arts etc.
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4 Responses to Vulkanisiert

  1. Vorsicht mit dem Wort “Vulkanisiert”. Das hat mit Vulkan nur wenig zu tun, sondern mit der Behandlung von Gummi:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Vulkanisieren

    Nach der Vulkanisation nennt man das Produkt dann vulkanisiert.

    • Dessen bin ich mir bewusst – Es handelt sich also um ein bewusstes Wortspiel! 🙂

      • Ok, gut 🙂 Ist manchmal knifflig mit der Sprache, da man ja nicht weiss, welchen Hintergrund und welche Erinnerungen der Leser hat, und welche Assoziationen die Worte beim Leser auslösen werden.

        Ein Schulfreund kommentierte den Kauf eines vulkaniserten Pinsels mit, “Na hoffentlich ist da auch ein Vulkan drin”, und er wusste sehr wohl was gemeint war.

      • Nun ja, ihre Assoziationen stelle ich den Lesern frei. Sollten sie also fälschlicherweise zunächst denken, das Gedicht behandelt den Prozess der Gummiherstellung und dann geht es um Vulkane, oder vielleicht doch eher um Gefühlsausbrüche…oder oder: die Gedanken sind frei 😉

        Danke für den Kommentar und noch nen schönen Tag!

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